*1942, Kunsthistoriker, Universitätsdozent, Ausstellungskurator, Museumsplaner. 1989 Konzept für das Museumsquartier Wien, von 1990 bis 1994 Geschäftsführer der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft Wien. 1994 Gründung der Firma bogner.cc, die sich international museologischen Fachplanungen für Museumsneubauten bzw. der Modernisierung von Museumsaltbauten und Neuaufstellung von Sammlungen, der Konzeption von Medienprojekten für Museen, dem Kuratieren von Ausstellungen und der Erarbeitung von Machbarkeitsstudien und Kulturentwicklungsplänen widmet, sowie als Partner von Architekturbüros an Wettbewerben für Museumsneu- bzw. umbauten teilnimmt. Bogner ist Stifter der Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung Wien und Mitglied des Board of Trustees am New Museum of Contemporary Art New York, an dessen Planung er beteiligt war. Er lehrt am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien und ist Autor zahlreicher Publikationen zu Architektur und Kunst der Moderne. Gemeinsam mit Gertraud Bogner leitet er den Kunstraum Buchberg, Schloss Buchberg am Kamp.


Museum in Bewegung?

Museen haftet in der Öffentlichkeit noch immer der Anstrich des Statischen, Unveränderlichen an. Ein Eindruck, der vor allem durch die sogenannte permanente Schausammlung hervorgerufen wird. „Bewegung“ steht hingegen weniger im Fokus des Interesses. Dies erklärt, warum der Frage nach der Komplexität raum-zeitlicher Bewegungsphänomene zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei handelt es sich um eine vielschichtige Konstellation geistiger, psychischer, physischer, logistischer und technischer Bewegungen. Alle diese materiellen und immateriellen Phänomene hängen mehr oder weniger eng zusammen, bestimmen oder begrenzen Möglichkeiten, beeinflussen Entscheidungen, erwecken positive und negative Empfindungen, prägen Verhaltensweisen und bestimmen Kommunikationsprozesse. Luft wird in riesigen Mengen in voluminösen Rohrleitungen durch das gesamte Gebäude bewegt. Sammlungsobjekte müssen unter logistisch effizienten, barrierefreien Bedingungen schonend von der Anlieferung zu den Ausstellungsräumen, Depots oder zur Restaurierung bewegt werden. Die Schaffung bestmöglicher Voraussetzungen für die physische, psychische und nicht zuletzt intellektuelle Bewegung der Besucherinnen und Besucher stellt vielfältige Anforderungen an Planung und Betrieb des Museums. Aber auch Bewegungsmelder, Sicherheitskameras, Rauchmelder und Fluchttreppenhäuser gehören in die Liste der „bewegenden" Fragen der Museumsplanung, deren Einfluss auf Raumästhetik und Gebäudestruktur nicht unterschätzt werden sollte. Diese unterschiedlichen Bewegungsphänomene stehen in vielfältigen Abhängigkeitsverhältnissen. Welche Zielkonflikte inhaltlicher, formaler, räumlicher, funktioneller und finanzieller Natur können daraus resultieren?