*1938, 1966 Diplom an der RWTH Aachen, anschließend Mitarbeit im Büro Prof. Schürmann, Köln. 1972 gründete er sein eigenes Architekturbüro in Köln. Im Zentrum seiner architektonischen Arbeit stehen Sozial- und Kulturbauten, die durch den konsequenten Bezug aus ihrem Umfeld heraus gestaltet sind. Zu den wichtigsten Arbeiten gehören u.a. das Bergbaumuseum in Mechernich, die Bibliothek des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel, das Europäische Bildungszentrum für Wohnungswirtschaft in Bochum und die Marktplatzgestaltung in Lemgo. Er gewann zahlreiche Architekturwettbewerbe und erhielt viele Architekturpreise, u.a. den DEUBAU Preis und den Architekturpreis Nordrheinwestfalen. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Bundesstiftung Baukultur, war langjähriges Mitglied des Gestaltungsbeirats Köln und ist heute Vorstandsmitglied des AFR Architekturforum Rheinland, des Baukunstarchivs NRW und des UAA Ungers Archiv für Architekturwissenschaft. Regelmäßige Teilnahme als Jurymitglied nationaler und internationaler Architekturwettbewerbe runden sein architektonisches Engagement ab.


Bibliotheken als Kulturimmobilien

Der Kölner Architekt Walter von Lom, der u.a. die Stadtbücherei in Nettetal (1989), die Stadtbibliothek (Umbau Gildehof-Center 1999) in Essen und die Bibliothek des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel (2001) gebaut hat, erläutert in fünf Kapiteln die wesentlichen Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung der Kulturimmobilie Bibliothek: 1. Entwicklung und Funktion von Bibliotheken, 2. Programm, Standort und Kostenberechnung für den Bibliotheksbau, 3. Architekturwettbewerb, 4. Planungsprozesse und 5. Bibliotheken vereinen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Interessen. Dazu spannt er einen Bogen von den Vorgängern der öffentlichen Bibliotheken in Deutschland, die erst Anfang des 19. Jahrhunderts eingerichtet wurden, wie z.B. die Stiftsbibliothek des Benediktinerklosters Admont (1776) bis zu den wegweisenden Bibliotheksbauten für das 21. Jahrhunderts am Beispiel des Rolex Learning Center der japanischen Architekten Sanaa in Lausanne (2010). Mit dem Beginn des sogenannten digitalen Zeitalters verändert sich nicht nur das Lern- und Leseverhalten, sondern es bringt darüberhinaus auch neue Möglichkeiten der Aufbewahrung und Speicherung von Wissen. Die kontemplative Arbeitsatmosphäre von Bibliotheken wird ergänzt durch eine starke kommunikative Komponente. Bibliotheken sind im besten Fall auch Teil des öffentlichen Raums und spiegeln kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte wider.